Schon wieder schweres Erdbeben
In Chile sterben Hunderte Menschen
"Also ich habe gehört, In Chile gab es ein unglaublich schweres Erdbeben. Aber erstaunlicher Weise ist in Chile nicht so viel kaputt gegangen wie in Haiti, sondern also viel weniger. Es ist aber trotzdem viel kaputt gegangen und das ist ganz schön schlimm."
Bei dem Erdbeben vor der Küste Chiles wurden am vergangenen Sonntag gewaltige Kräfte freigesetzt. Forscher sagen, dass es eines der stärksten Erdbeben war, das jemals gemessen wurden.
Das Beben schlimme Zerstörungen angerichtet und großes Leid ausgelöst: Mehrere hundert Menschen sind gestorben. Doch im Vergleich zu dem Erdbeben in Haiti, bei dem nach neuesten Schätzungen 300.000 Menschen ihr Leben verloren, war die Zerstörungskraft in Chile viel geringer.
Wie kann das sein, wenn doch das Beben viel stärker war?
Und wie wird überhaupt die Stärke eines Erdbebens gemessen?
Dazu Jörgpeter von Clarenau: Weltweit gibt es ein Netz von Erdbebenmessstationen. Dort registrieren empfindliche Geräte die Bewegungen der riesigen Erdplatten tief unter uns. Bei einem Erdbeben fragen Experten sofort bei mehreren Stationen an, welche Kräfte dort jeweils gemessen wurden. So finden sie schnell heraus, wo das Zentrum des Bebens war.
Die Stärke des Bebens bestimmen sie mit Hilfe einer Skala. So nennt man eine Liste mit Messwerten. Früher war das die sogenannte Richterskala. Weil die aber bei schweren Beben zu ungenau ist, verwenden die meisten Forscher heute eine genauere Skala, die bei ungefähr 10,6 endet. Das wäre das grauenvollste denkbare Beben, denn bei dieser Stärke bräche die Erdkruste auseinander.
Das Beben von Chile hatte mit einem Wert von 8,8 eine gewaltige Kraft. Wie schlimm ein Erdbeben ist, hängt aber nicht allein von seiner gemessenen Stärke ab. Eine große Rolle spielt zum Beispiel die Frage, wie tief unter der Erde das Beben ausbricht. Wenn es relativ nahe an der Erdoberfläche bebt, wie in Haiti, sind die Zerstörungen besonders groß.
Wichtig ist auch die Frage, wie stabil die Häuser gebaut sind. Je weniger Häuser einstürzen, desto niedriger ist die Zahl der Menschen, die durch die Trümmer getötet oder verletzt werden. Mit klugen Konstruktionen können Gebäude so errichtet werden, dass sie schweren Erdstößen standhalten. So haben die meisten Hochhäuser in dem chilenischen Erdbebengebiet das Beben überstanden.
Stand: 06.03.2010 11:40