Casting für die neuen Pfefferkörner
Warten ...
16.45 Uhr, dritter Stock in einem grauen Bürogebäude Nähe Berliner Tor in Hamburg. Hier findet heute die zweite Runde des Pfefferkörner-Castings statt. 160 von über 700 Kindern haben es bis hierher geschafft. Gesucht werden die fünf neuen Mitglieder der Pfefferkörner-Bande für die Folgen der siebten Staffel, die ab Ostern gedreht werden.
In einem kleinen Warteraum sitzen sieben Kinder zwischen acht und zwölf Jahren. Einige sitzen auf dem Schoß ihrer Mama, andere haben einen eigenen Stuhl ergattert. Die Eltern sind mindestens genauso aufgeregt wie ihre Kinder. Ein Junge sitzt vertieft über ein Buch, ein blondes, kleines Mädchen lenkt sich mit einem Taschenvideospiel ab. Nervös murmeln die Wartenden über das, was sie erwartet.
Emily, 11, und Sophia, 9 Jahre, haben es sich auf den Stühlen neben ihren Müttern gemütlich gemacht und schauen in die Runde. "Konkurrenten sind das nicht - wir haben ja alle eine Chance", sagt Sophia. "Für mich war es immer schon der größte Traum bei den Pfefferkörnern mitzuspielen", erzählt Emily. Sie hat von Freunden von dem Casting erfahren und sich gleich angemeldet. Sophia dagegen wurde von ihrer Agentur auf das Casting aufmerksam gemacht. "Ich habe schon Erfahrungen im Theater gesammelt", daher fällt Sophia das Lernen von Texten nicht schwer.
Einführung in die Welt der Pfefferkörner
Dann endlich kommen einige schnatternde, rotwangige Mädchen aus dem Casting-Raum. Aufgeregt stürmen sie auf ihre wartenden Eltern, sie haben das Casting jetzt schon hinter sich. Nun kann es nicht mehr lange dauern - endlich 17.00 Uhr, die nächsten sieben Kinder sind an der Reihe.
Holger Ellermann, Producer bei Studio Hamburg und verantwortlich für das Pfefferkörner-Casting, kommt zusammen mit der Casterin Marion Haack in den Warteraum. Er erklärt kurz worum es heute geht und was auf die kleinen Schauspieler zukommt. Für diejenigen, die weiterkommen, gibt es Ende Februar noch eine dritte und schließlich im März eine vierte Runde. Erst danach werden die fünf neuen Gesichter der Pfefferkörner-Bande bekannt gegeben .
Die neuen Pfefferkörner brauchen viel Disziplin, da vorwiegend in den Frühjahrs-, Sommer- und Herbstferien gedreht wird, aber auch einige Tage während der Schulzeit. Den verpassten Stoff müssen die Schauspieler dann gewissenhaft nachholen. Die Rolle als Pfefferkorn ist für die ganze Familie eine große, aber auch sehr schöne Herausforderung. "Einer der Schauspieler aus der letzten Staffel sagte mir neulich, dass für ihn die Zeit der Dreharbeiten eine der schönsten Erfahrungen war", erzählt Herr Ellermann.
Erste Runde: Jungen
Dann geht es los. Die Jungs und Mädels gehen zusammen mit Holger Ellermann und Marion Haack in den Nebenraum. Eine Couch steht vor einer mit grauen Tüchern abgehängten Wand. Davor stehen Filmlichter und eine kleine Kamera, die auf das Sofa gerichtet sind. Die Mädchen und Jungen stellen sich in einer Reihe vor die Wand und Marion Haack macht von jedem ein Portraitfoto. Das hilft später bei der Wiedererkennung in der Casting-Datei.
Holger Ellermann möchte mit den zwei Jungen beginnen und schickt die Mädchen zurück ins Wartezimmer.
Ganz eng sollen sich Themba und Rasmus (das sind die Namen der Rollen, die sie zu Hause einstudiert haben) auf die Couch setzen. So kann die Kamera die beiden besser einfangen. Etwas unsicher schauen die Jungen sich an. Als sie aber in ihre Rolle schlüpfen, sind "Themba" und "Rasmus" zwei richtige Pfefferkörner. Sie spielen zwei dicke Freunde, von denen einer Liebeskummer hat. "Bitte mehr Gefühl und Ausdruck, ihr seid gute Freunde und vertraut euch eure Gefühle an". Holger Ellermann möchte die Szene noch einmal haben. Nach mehreren Durchläufen nimmt man den beiden ihre Gefühle wirklich ab - sie spielen ihre Rolle richtig gut.
Zweite Runde: Mädchen
Die Mädchen wurden auf drei verschiedene Rollen verteilt. Es gibt die kleine Emma und zwei weitere. Die Namen der älteren Rollen stehen noch nicht fest und werden mit Mädchen eins und Mädchen zwei bezeichnet. Die Anwärterinnen haben je nach Alter eine Rolle zugewiesen bekommen. Die drei Älteren haben die Rolle von Mädchen eins und zwei gelernt und die zwei jüngeren die Rolle der Emma. Auch Sophia und Emily haben sich auf eine Rolle vorbereitet. Sophia soll die kleine Emma spielen und Emily hat die Rollen der beiden Älteren gelernt.
Erst sind die älteren Mädchen dran. Emily sitzt mit einem anderen Mädchen auf der Couch und spielt eine Szene. Zickenkrieg ist angesagt: Mädchen eins ist enttäuscht, weil Mädchen zwei den Jungen geküsst hat, in den sie verknallt ist. Doch Mädchen zwei leugnet, dass sie mit dem Jungen geknutscht hat. In wechselnder Besetzung probieren die Mädchen die Szene. Die Kamera nimmt jeden Versuch auf. "Dabei ist es wichtig den Ausdruck der Gesichter und die Körperhaltung aufzunehmen", erklärt Marion Haack. Später sollen die Schauspieler schließlich möglichst natürlich und realistisch in die Rolle eines Pfefferkorns schlüpfen.
Ende des Castings
Nach etwa einer Stunde sind alle einmal dran gewesen. Erleichtert verlassen sie das Casting und laufen in die Arme ihrer Eltern. Im Wartezimmer sitzen schon die Kinder der nächsten Runde: aufgeregt und voller Erwartung. Sophia, Emily und die anderen sind schon auf dem Weg nach Hause und hoffen auf die Chance, eines von fünf neuen Pfefferkörnern zu werden.
Wer weiterkommt und wer wirklich die neuen Mitglieder der Pfefferkörner-Bande sein werden, erfahren alle Mitte März. Wir sind genauso gespannt wie ihr, welche der Kinder es geschafft haben.









