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"Kinder haben Tausend Flausen im Kopf!" - Interview mit Pfefferkörner-Regisseur

Regisseur Klaus Wirbitzky beim Dreh © NDR Fotograf: Christian Spielmann
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Auf dem Set ist er der Mann, auf den alle hören müssen: Klaus Wirbitzky, der Regisseur der Pfefferkörner. Er sagt den Schauspielern, was sie machen sollen, tüftelt die Kameraseinstellungen zusammen mit dem Kameramann aus und entscheidet, wie der Film nachher geschnitten wird, so dass ihr eine spannende Folge eurer Lieblingsdetektive sehen könnt.

Weil wir einmal genau wissen wollten, was so ein Regisseur eigentlich wirklich macht und wie seine Arbeit aussieht, haben wir ihn einfach dazu interviewt. Und wir haben dazu auch die Fragen zu seiner Arbeit und den Pfefferkörnern mitgenommen, die ihr uns zugeschickt habt.

Kindersendungen von "Hallo Spencer" bis "Pfefferkörner"

Klaus Wirbitzky ist, wie man so sagt, schon lange im Geschäft. Er hat außer Filmen fürs Fernsehen, mehr als 20 Theaterstücke geschrieben, außerdem noch Opern und Drehbücher. Seit 1987 arbeitet er mit dem NDR zusammen. Er hat die Sendung "Hallo Spencer" und viele Folgen der "Sesamstraße" mit Rumpel und Samson gemacht, Kinderfeste für die ARD und natürlich die Pfefferkörner von Anfang an. Außerdem hat er "4 gegen Z" gedreht - eine super spannende Abenteuerserie, die in Lübeck und jetzt in Hamburg spielt.

"Die Pfefferkörner" ist eines seiner Lieblingsprojekte. Und als es darum ging, wieder eine neue Staffel mit einer neuen Detektivbande zu drehen, war er sofort dabei. Und was er genau macht, das hat er uns erzählt.

Fragen an Klaus Wirbitzky

NDR Online: Was macht so viel Spaß ein Regisseur zu sein?

Klaus Wirbitzky: Die Arbeit des Regisseurs ist so, dass ich ein Buch lese und mir zu dem Buch Gedanken mache, wie ich dieses Buch umsetze. Wenn man eine Szene in dem Drehbuch hat, muss man sich Gedanken machen, was man alles davon zeigen will. Und so ist mein ganzes Leben gewesen. Ich habe immer überlegt, was mache ich, um einen schönen Film zu machen.

NDR Online: Warum macht es dir so viel Spaß mit Kindern zu arbeiten?

Klaus Wirbitzky: Kinder sind mir in all den Jahren ans Herz gewachsen. Mir gefällt an diesem Beruf und an der Arbeit mit Kindern, das wir sehr spontan arbeiten. Kinder haben Tausend Flausen im Kopf und das ist etwas, was für mich auch toll ist, weil es inspiriert. Ich habe auch Theaterstücke geschrieben, wo Kinder drin vorkamen. Und seit 1987 arbeite ich auch für den NDR und habe Sendungen wie "Hallo Spencer", die "Sesamstraße" und eben die Pfefferkörner gedreht.

NDR Online: Was gefällt dir am besten an der Arbeit als Regisseur?

Klaus Wirbitzky: Die Aufgabe des Regisseurs ist es ja auch immer zu schauen, dass wir das, was wir uns vorgenommen haben für den Tag, auch schaffen. Dazu gehört auch festzulegen, wie eine Szene aufgelöst wird, also wie man eine Szene in vielen kleinen Einstellungen erzählt. Es gibt Tausend Dinge, mit denen man eine Szene auflösen kann und das macht wahnsinnig Spaß. Und es ist auch die Kreativität des Regisseurs, Dinge aus dem Buch heraus zu lesen, die man zu Bildern werden lässt - also Fantasien, Wirklichkeit werden lassen.

NDR Online: Wie viele Minuten muss man eigentlich drehen, um nachher eine Minute Film zu haben?

Klaus Wirbitzky: Wir drehen am Tag ungefähr fünf Minuten Film, die dann auf der Leinwand erscheinen. Dafür brauchen wir einen ganzen Tag. Da kann man sich ja vorstellen, dass wir das Geschehen aus so vielen verschiedenen Blickwinkeln aufnehmen müssen, dass da ganz schön was zusammen kommt. Unser Drehverhältnis - wie viel ich drehen muss um 1 Meter Film zu haben - ist 1:10. Ich drehe 10 Meter Film und habe 1 Meter Sendefilm. Und das ist ein richtig gutes Drehverhältnis.

NDR Online: Wie viele Menschen sind an einem solchen Film eigentlich beteiligt?

Klaus Wirbitzky: Das sind viel mehr Menschen als man denkt. Es fängt an bei demjenigen oder derjenigen, der die Geschichte schreibt. Dann kommt der Redakteur vom Fernsehen, der entscheidet, ob das was für das Programm ist. Dann kommen der Producer und die Produktionsleitung dazu, die das Buch aufarbeiten und einen Drehplan erstellen. Dann kommt der Regisseur dazu, der mit dem Team seine Vorstellungen bespricht - also dem Bühnenbildner, dem Ausstatter und all die anderen. Am Drehort haben wir wieder eine Menge Menschen dabei, die eine viele Aufgaben haben. Also, ich sage euch, 40-50 Leute haben wir immer am Drehort. Dazu kommen dann die anderen, die die Vorbereitungen gemacht haben.

NDR Online: Spielen eigentlich "alte" Pfefferkörner in den neuen Folgen mit?

Klaus Wirbitzky: Meine große Freude ist gewesen, dass wir Natascha wieder gehabt haben. Natascha ist Fietes Freundin gewesen. Inzwischen ist sie (die Darstellein) eine richtig gute Schauspielerin geworden, spielt große Rollen in Fernsehspielen und war bei uns jetzt wieder in unserer ersten Folge der Pfefferkörner als Polizistin dabei. Die ist sie in der Geschichte geworden.

NDR Online: Wie kommen die Pfefferkörner eigentlich wieder in die Speicherstadt. Haben die noch etwas mit den Overbecks zu tun?

Klaus Wirbitzky: Das ist eine kluge Frage. Nun ist ja eine Menge Zeit vergangen. Es ist die Speicherstadt, die uns für die Pfefferkörner wieder einnimmt. Es ist Natascha, die die Idee zu den neuen Pfefferkörnern gibt. Sie steht da und sieht unsere fünf neuen Helden, die gerade ein großes Abenteuer hinter sich haben. Und sie bringt die Fünf zurück ins Teekontor der Familie Krogmann, unserer neuen Heldenfamilie. Als sie aussteigen. schaut sie sich in der Speicherstadt um und sagt: "Wisst ihr, dass ihr mich an ganz, ganz früher erinnert! Ihr nennt euch nicht zufällig die Pfefferkörner, oder?" Und dann kommt eine Rückblende zu ihrer damaligen Rolle als Natascha bei den Pfefferkörnern. Und die neuen Pfefferkörner schauen sich an und sagen sich: "Mensch, Pfefferkörner, das ist ja ein cooler Name, wir nennen uns Pfefferkörner." Und so geht es weiter.

NDR Online: War es einfach nach so einer langen Zeit, die Pfefferkörner wieder zu beleben und neue Geschichten zu schreiben?

Klaus Wirbitzky: Wenn wir davon ausgehen, dass das Leben jeden Tag neue Geschichten schreibt, dann ist es auch für unsere neuen Pfefferkörner nicht schwer, in neue Geschichten reinzurasseln. Und weil unsere Zeit ja sehr schnell geht, gehen die Pfefferkörner heute zum Beispiel einfach ins Internet, sie recherchieren im Internet, telefonieren viel mehr mit dem Handy oder schicken sich Bilder per Bluetooth. Die Zeit gibt uns die Geschichten vor und wir wachsen in die Zeit rein, so kommen die Geschichten ganz automatisch.

NDR Online: Worauf können wir uns freuen bei den neuen Folgen?

Klaus Wirbitzky: Die Abenteuer sind sehr viel spannender geworden als wir sie hatten. Wir haben auch wieder einen Hund dabei, der euch sehr gefallen wird. Der Hund heißt Feline und der kann alles. Die Kinder lieben den Hund und er liebt sie auch. Wir können uns freuen auf atemberaubende Bilder, eine herzliche Familie und einen eigenwilligen Vater. Und das ist ja das Schöne an den Menschen, dass sie alle ihre kleinen Eigenwilligkeiten haben. Da ist für jeden Zuschauer etwas dabei.

Wenn du noch mehr über seine Arbeit wissen willst, dann hör' dir das Interview in voller Länge an (rechts im Kasten).

Autorin/Autor: Nils Zurawski
Stand: 05.01.2008 13:01

Audio

"Hallo Spencer" bis "Pfefferkörner"

Länge: 4:44 Minuten

Neue Abenteuer in der Speicherstadt

Länge: 2:32 Minuten

Von der Idee zum fertigen Film.

Länge: 4:20 Minuten

Klaus Wirbitzky erklärt wie man eine Szene auflöst.

Länge: 3:08 Minuten

Was alte Pfefferkörner in den neuen Folgen machen.

Länge: 1:23 Minuten

Warum es wieder Pfefferkörner gibt.

Länge: 1:58 Minuten

Was passiert, wenn ein Hauptdarsteller krank wird?

Länge: 2:50 Minuten