Unterwegs auf Kufen und Rollen
Vor ein paar Jahren brach in Deutschland ein Inline-Skate-Fieber los, plötzlich war jeder Zweite auf Rollen unterwegs. Inzwischen hat sich die Begeisterung bei den meisten wieder gelegt, aber ganz zu Unrecht: Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, was man auf Rollen so alles anstellen kann. Im Winter, wenn es draußen kalt und schmuddelig wird, kannst du übrigens einfach auf Kufen umsteigen und Schlittschuhlaufen gehen.
Neue Trendsportart: "Aggressive Skating"
Besonders in den letzten Jahren haben Jugendliche neue Trendsportarten entwickelt, so zum Beispiel das "Aggressive Skating". Dabei darfst du keine Angst vor Stürzen haben, denn die kommen hier öfter vor. Beim "Aggressive Skating" fährst du auf Inline-Skates, also auf Schuhen, unter denen hintereinander vier Rollen angebracht sind. Bei dieser Art zu skaten kommt es vor allem auf spektakuläre Sprünge und Tricks an. Es gibt zwei Arten von "Aggressive Skating": Das sogenannte "Vert" und das "Street". Unterscheiden tun sie sich im Grunde nur darin, in was für einer Umgebung sie ausgeübt werden.
Beim "Vert" fährt der Skater in einer Halfpipe, das ist eine U-förmige Anlage, in der sich zwei Steilwände gegenüberliegen. Der Skater startet am oberen Ende der einen Wand und nimmt während seiner Fahrt durch das "U" so viel Schwung auf, dass er auf der anderen Seite über das Ende der zweiten Wand hinausschießt - und nun Zeit für einen Sprung hat. Beim "Street" dagegen muss der Skater einen Parcours absolvieren. Dieser Parcours ist aus mehr oder weniger natürlichen Hindernissen aufgebaut, die man auch auf der Straße wiederfinden könnte, wie zum Beispiel Mauern, Geländer und Treppen. Beurteilt werden die Tricks und der "Style" des Skaters, die er beim Überwinden der Hindernisse anwendet. Der Skater kann selbst entscheiden, in welcher Reihenfolge er sie hinter sich bringt. Auch wenn man beim Skaten natürlich immer Schutzkleidung trägt - Helm, Knie-, Ellenbogen-, und Handgelenkschützer: Für das "Aggressive Skating" brauchst du schon viel Vorübung auf Inline-Skates, sonst kann es schnell zu Verletzungen kommen!
Langlauf auf Inline-Skates
Wenn du noch Inline-Skates bei dir zu Hause im Schrank stehen hast, dann kannst du natürlich gleich loslegen mit dem Training. Einfach Skates anziehen, Schützer nicht vergessen, und los geht’s. Am besten erst einmal auf eine "Übungsspazierfahrt". Dabei musst du nur darauf achten, dass du möglichst auf asphaltierten Wegen fährst, weil zum Beispiel Sand die Rollen deiner Skates schnell beschädigt. Besonders gut eignen sich beispielsweise die Fußgängerwege am Deich. Die sind meist gut ausgebaut, trotzdem ist wenig auf ihnen los und Straßenverkehr ist auch nicht in der Nähe. Die Gefahr also, dass du aus Versehen jemanden umfährst, oder gar selbst in Gefahr gerätst, weil du deine Skates noch nicht richtig unter Kontrolle hast, ist relativ gering. Auf solchen Fahrten trainierst du nicht nur deinen Gleichgewichtssinn, sondern gleichzeitig deine Ausdauer. Die brauchst du, wenn du später mal bei einem Skate-Langlauf mitmachen möchtest.
Gleichgewicht und tänzerisches Können
Einer der schönsten Wege, sich auf dem Eis zu bewegen, ist sicherlich der Eiskunstlauf. Die Läufer gleiten dabei tänzerisch dahin und bauen immer wieder Sprünge und Pirouetten, also kunstvolle Drehungen, in ihren Lauf ein. Die Läufer können sich auf Turnieren in vier verschiedenen Bereichen, sogenannten Disziplinen, vorstellen: Dem Einzellauf, bei dem sie verschiedene Sprünge und Pirouetten in einer sogenannten Kür zeigen; dem Paarlauf, dabei laufen sie zusammen mit einem Partner eine Kür; dem Synchroneiskunstlauf, bei dem zwei oder mehr Läufer genau die gleiche Kür laufen; und schließlich dem Eistanz, der schwierigsten Disziplin: Hier wird am meisten auf die Technik der Läufer geachtet und schon ganz kleine Fehler führen zu Abzügen in der Bewertung. Die Läufer tragen dabei kunstvoll gestaltete Kostüme, die zu ihrer Kür genauso gut wie die selbst ausgewählte Musik passen.
Bevor du selbst Eiskunstläufer wirst, musst du aber erst einmal richtig sicher auf den Kufen werden. Denn Eiskunstlauf ist ein Balanceakt, der ganz viel Gleichgewicht erfordert: Die Kufen, die unter den aus Leder gefertigten Schuhen angebracht werden, sind gerade mal drei bis vier Millimeter breit, das ist ungefähr so breit wie dein kleiner Fingernagel! Darauf auch noch so schwierige Sprünge wie den "Axel" auszuführen, erfordert jahrelange Übung: Bei diesem Sprung springt man aus dem Rückwärtsfahren ab, dreht sich in der Luft einmal um sich selbst und landet schließlich auf einem Bein.
Mit 60 Stundenkilometern über die Eisbahn
Der Eiskunstlauf ist aber nicht die einzige Sportart, die du auf dem Eis betreiben kannst. Wenn du es eher rasanter magst, bist du bei den Eisschnellläufern richtig. Um Höchstgeschwindigkeiten von 60 Stundenkilometer zu erreichen, tragen die Läufer spezielle Schuhe. Diese haben sehr lange Kufen mit einer besonderen Klapptechnik, durch die sie sich noch kräftiger vom Eis abstoßen können. Die Kufen dieser Schuhe sind nur etwa einen Millimeter breit, also noch viel schmaler als die, die beim Eiskunstlauf verwendet werden. Außer ihren besonderen Schuhen tragen die Läufer auch noch hautenge Anzüge, um dem Fahrtwind möglichst wenig Widerstand zu leisten und noch schneller zu fahren. Auf einer 400 Meter langen Eisbahn werden Rennen ausgetragen, die nach Länge gestaffelt sind. Dabei laufen immer zwei Läufer gegeneinander; nach jeder Runde müssen sie die Seite wechseln, um auch wirklich die gleiche Strecke zu laufen. Der Läufer auf der äußeren Spur wäre sonst im Nachteil, da er immer ein paar Meter mehr laufen müsste als sein Gegner auf der inneren Spur.
Rollen statt Kufen
Wenn den Eiskunstläufern früher im Sommer ihre Trainingsmöglichkeit fehlte, nämlich die Eisbahn, dann stiegen sie einfach auf Rollschuhe um. Inzwischen hat sich daraus eine eigene Sportart entwickelt, der Rollkunstlauf. Wie du dir sicher denken kannst, ist der Rollkunstlauf dem Eiskunstlauf sehr ähnlich. Auch hier erlernen die Läufer erst einmal die "Basis": Vorwärts- und Rückwärtsfahren. Anschließend kommen Pirouetten und schließlich Sprünge hinzu, die wiederum denen des Eiskunstlaufes ähneln. Der größte Unterschied zwischen den beiden Sportarten ist wohl die Ausrüstung: Beim Rollkunstlauf läuft man natürlich nicht auf Eis und braucht deshalb auch keine Kufen. Stattdessen sind unter den Schuhen vier breite Rollen angebracht.
Ob du nun klassisch weiter im Winter deine Runden auf der Eisbahn drehst oder einmal etwas Neues ausprobierst - das bleibt natürlich ganz dir überlassen. Auf jeden Fall weißt du jetzt aber, dass es nicht nur diese eine Möglichkeit gibt, im Winter Sport zu machen, und dass der Rollsport dir im Allgemeinen sehr viel bietet, egal welche Interessen du hast. Wie bei jedem anderen Sport brauchst du natürlich aber vor allem eins: Übung! Aber auch dazu heißt es jetzt erst einmal: Auf die Rollen, fertig, los!

