Wenn dich der Rhythmus packt
Musik geht ins Blut! Das erlebt jeder, der seine Stereoanlage einmal voll aufdreht. Probier es aus: Dabei passiert es dir bestimmt ganz schnell, dass es plötzlich in deinen Füßen kribbelt und du das Gefühl hast, dich unbedingt und sofort bewegen zu müssen! Vielleicht weißt du aber gar nicht so genau wie? Keine Sorge: Egal, welchen Musikgeschmack du hast, zur Musik tanzen, das kann man immer. Du ahnst gar nicht, wie viele verschiedene Möglichkeiten es da gibt. Aber Achtung: Es besteht Suchtgefahr! Denn wenn dich der Rhythmus erst einmal erfasst hat, lässt er dich nicht mehr los.
Tanzen wie die Popstars
Wenn du am liebsten Popmusik hörst - also das, was im Radio rauf und runter läuft - dann würde dir Videodancing sicherlich am meisten Spaß machen. Hier lernst du in einer Gruppe mit anderen Kindern in deinem Alter, dich wie "Madonna" oder die "Pussycat Dolls" in ihren Videoclips zu bewegen. Dazu studierst du verschiedene Tanzschritte ein, die nachher zu einer Choreographie zusammengefügt werden. Dabei ist ganzer Köpereinsatz gefordert: Beim Videodancing zählt der Gesichtsausdruck genauso wie die richtige Arm- oder Beinbewegung. Alles muss ganz exakt sein: Denn eine Choreographie kann nur richtig wirken, wenn alle Gruppenmitglieder zum richtigen Zeitpunkt die richtige Bewegung machen. Du merkst also: Beim Tanzen hat Disziplin und Teamwork einen ganz hohen Stellenwert. Aber wenn das erst mal alle begriffen haben, dann heißt es auch: Let¿s fetz!
Breakdance: Coole Moves und Rapmusik
Wenn du mit Popmusik eher wenig anfangen kannst und im Gegenteil auf coolen Rap stehst, bist du bei den Hip-Hoppern besser aufgehoben. Die Hip-Hop-Kultur stammt aus den Ghettos, den besonders armen Viertel der Städte in den USA. Die Menschen dort wollten ihrer Wut über ihre schlechte Lebenssituation Luft machen - daraus entwickelte sich eine bis dahin unbekannte Art zu tanzen - der Breakdance. Verschiedene Gruppen von Jugendlichen trugen sogenannte "Battles" gegeneinander aus. Jeweils ein Gruppenmitglied zeigt der gegnerischen Gruppe dabei, was er beim Breakdancen so draufhat. Am Ende gewinnt die Gruppe, deren Mitglieder die bessere Technik und die cooleren Moves haben. Bis heute werden beim Breakdance deshalb keine festen Choreographien einstudiert, sondern die Tänzer kombinieren jedes Mal die Moves, also Tanzschritte, die sie schon beherrschen, neu. Beim Breakdance braucht man eine besonders ausgeprägte Körperbeherrschung, denn die "Tanzschritte" sind hier auch schon mal ein einarmiger Handstand ("Ninety-Nine") oder eine Drehung auf dem Kopf ("Head Spin"). Aber keine Angst: In Anfängerkursen lernst du erst einmal die Basics, die Grundschritte des Breakdance.
Zehenspitzentanz erfordert langjährige Übung
Würde man einen Rapper nach dem totalen Gegensatz zu seiner Musik befragen, würde er wahrscheinlich auf die klassische Musik verweisen: Kein Sprechgesang, dafür der Einsatz vieler verschiedener Musikinstrumenten. Schon im 15. Jahrhundert, also vor rund 600 Jahren, wollten Menschen der klassischen Musik auch tänzerisch Ausdruck verleihen: Das klassische Ballett entwickelte sich. Auch wenn es nicht so scheinen mag - Breakdance und Ballett haben einige Gemeinsamkeiten. Denn genau wie beim Breakdance ist beim Ballett ein hohes Maß an Körperbeherrschung gefordert. Jede noch so kleine Körperbewegung, und sei es nur das Zucken eines Fingers, muss gewollt sein. Zuerst einmal übst du an einer Stange die verschiedenen Grundpositionen, wie zum Beispiel das "en dehors": Dabei dreht man seine Füße so weit nach außen, bis sie eine waagerechte Linie auf dem Boden bilden. Erst wenn du die Grundpositionen perfekt beherrscht, die übrigens für Arme, Füße und Kopf unterschiedlich sind, lernst du, dich auch frei im Raum zu bewegen. Dabei tanzt man auch öfter mit einem Partner, lernt Hebefiguren, bei denen der Mann die Frau in die Luft hebt und sie sozusagen schwerelos werden lässt. Bis dann alles so leicht und locker wie bei den großen Stars aussieht, die elegant über die Bühne schweben und springen und sogar auf ihren Zehenspitzen tanzen, ist es allerdings ein ganzes Stück Arbeit.
Spanische Melodien und afrikanische Rhythmen
Besonders in den heißen Sommermonaten sind auch immer wieder spanische Künstler wie "Juanes" oder die Gruppe "Marquess" mit ihrer fröhlichen Musik, die sofort gute Laune macht, ganz oben in den Charts dabei. Die lateinamerikanische Musik ist eine Mischung aus spanischen Melodien und afrikanischen Rhythmen. Anders gesagt: Sie geht ins Blut. Wenn dir also besonders Songs wie "La camisa negra" oder "Vayamos companeros" gefallen, bist du beim lateinamerikanischen Tanz gut aufgehoben. Zu fetzigen Rhythmen tanzt du hier mit einem Partner oder in der Gruppe und lernst Tanzschritte des Samba, Cha-Cha-Cha oder der Rumba. Die verschiedenen Schritte werden später zu einer Choreographie zusammengefügt, bei der du dich gut konzentrieren musst: Oft sind die Abfolgen sehr schnell und wer hier aus der Reihe tanzt, hat schon verloren. Insgesamt wirst du aber beim Lateintanz schnell merken: Tanzen macht einfach Spaß und vertreibt schlechte Laune und Langeweile im Nu!
Wenn du dir noch gar nicht so sicher bist, welche Art von Musik dir eigentlich am besten gefällt, dann bieten dir die meisten Sportverbände genau das Richtige: Schon Kinder ab drei oder vier Jahren können hier beim sogenannten Kids-Dance ausprobieren, welche Musik sie am liebsten mögen und ob sie überhaupt Spaß am Tanzen haben. Auch die Älteren können das meist in einer Gruppe mit Kindern in ihrem Alter testen. Aber bei den vielen verschiedenen Möglichkeiten, die das Tanzen dir bietet, kriegst du jetzt schon mal ein Ehrenwort: Tanzen ist auf jeden Fall alles andere als langweilig!

